Rechner für koreanischen Jahresurlaub

Der koreanische Jahresurlaub entsteht auf zwei getrennten Wegen, und welcher für Ihr Jahr gilt, hängt an der Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit. Dieser Rechner ordnet Ihren Fall zu einem frei wählbaren Stichtag ein.

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Eingaben

Der Tag, an dem Ihr durchgehendes Beschäftigungsverhältnis bei diesem Arbeitgeber begann.

Das Datum, zu dem Sie Ihren Urlaubsanspruch prüfen möchten – meist heute.

Ihre vertragliche Arbeitszeit, im Durchschnitt über 4 Wochen. Unter 15 Stunden entfällt der Jahresurlaubsanspruch nach dem Arbeitsstandardgesetz vollständig.

Waren Sie an mindestens 80 % der Arbeitstage im gerade abgeschlossenen Jahr anwesend? Das entscheidet, welche Regel Ihren Urlaub für dieses Jahr bestimmt.

Ergebnis

Bezahlte Jahresurlaubstage
16Tage
Volle Jahre durchgehender Beschäftigung
3Jahre
Volle Monate im laufenden Beschäftigungsjahr
0Monate
Ergebnis
Grundlage: 15 Tage plus 1 Bonustag alle 2 Jahre ab Jahr 3, gedeckelt bei 25.

3 / 0 → 16

So wird gerechnet

FormelUnter 1 Jahr: 1 Tag pro vollem Arbeitsmonat (max. 11). 1 Jahr oder mehr mit 80 %+ Anwesenheit im abgeschlossenen Jahr: 15 + Abrundung((Jahre − 1) / 2), gedeckelt bei 25 (Art. 60 Abs. 1, 4). 1 Jahr oder mehr mit unter 80 % Anwesenheit in diesem Jahr: 1 Tag pro vollem Monat im laufenden Beschäftigungsjahr (max. 11, Art. 60 Abs. 2).

Wer aus Deutschland auf koreanische Urlaubstage schaut, rechnet fast automatisch gegen das Bundesurlaubsgesetz gegen, und dabei geht der Vergleich leicht schief. § 3 BUrlG nennt mindestens 24 Werktage, gezählt in einer Sechstagewoche, was in der üblichen Fünftagewoche 20 Arbeitstagen entspricht. Korea gewährt nach einem vollen Beschäftigungsjahr 15 Tage und steigert diese Zahl erst mit den Jahren bis höchstens 25. Der koreanische Wert ist also am Anfang niedriger, überholt den deutschen gesetzlichen Mindesturlaub aber bei langer Betriebszugehörigkeit.

Auch der Einstieg funktioniert anders. Nach § 4 BUrlG entsteht der volle Urlaubsanspruch erstmals nach sechs Monaten Bestehen des Arbeitsverhältnisses, davor gibt § 5 BUrlG ein Zwölftel des Jahresurlaubs je vollem Beschäftigungsmonat. Korea kennt keine solche Wartezeit: Im ersten Jahr wächst der Anspruch Monat für Monat mit, allerdings nur für Monate mit lückenloser Anwesenheit, und er endet bei 11 Tagen.

Der koreanische Jahresurlaub steckt fast vollständig in einem einzigen Artikel des Arbeitsstandardgesetzes, nämlich Artikel 60. Für Verwirrung sorgt dabei nicht die Hauptregel, sondern eine Gesetzesänderung von 2017, die das Zusammenspiel zweier Absätze verändert hat. Dieser Rechner bildet den aktuellen Stand ab, während viele frei verfügbare Erklärungen weiterhin die Fassung vor 2017 beschreiben.

Zwei Ansprüche bestehen heute nebeneinander und unabhängig voneinander. Artikel 60 Absatz 1 gewährt 15 bezahlte Urlaubstage für ein Jahr, in dem der Arbeitnehmer an mindestens 80 % der Arbeitstage anwesend war. Artikel 60 Absatz 2 gewährt bei weniger als einem Jahr durchgehender Beschäftigung, oder bei unter 80 % Anwesenheit in einem bestimmten Jahr, einen bezahlten Tag je vollem Monat lückenloser Anwesenheit. Dieser zweite Weg endet bei 11 Tagen, weil mit der Ein-Jahres-Marke Absatz 1 greift und kein zwölfter Ansparmonat mehr folgt.

Vor dem 28. November 2017 stand zwischen beiden ein dritter Absatz, der den 15-Tage-Anspruch des zweiten Jahres um die Tage kürzte, die der Arbeitnehmer im ersten Jahr bereits nach Absatz 2 genommen hatte. Die Änderung von 2017 hat diese Verrechnung gestrichen. Praktisch bedeutet das: Wer zwei Jahre lückenloser Anwesenheit vollendet, hat Anspruch auf bis zu 11 im ersten Jahr angesparte Tage und zusätzlich auf ungekürzte 15 Tage, die mit Abschluss des ersten Jahres entstehen. In den ersten zwei Jahren sind das bis zu 26 Tage ohne gegenseitige Verrechnung.

Ab dem dritten Jahr durchgehender Beschäftigung fügt Artikel 60 Absatz 4 für jeweils 2 Jahre über das erste hinaus einen Bonustag zur 15-Tage-Basis hinzu, mit einer festen Obergrenze von 25 Tagen. Jahr 1 und Jahr 2 liegen beide bei 15 Tagen, Jahr 3 und Jahr 4 bei 16, Jahr 5 und Jahr 6 bei 17. Die Erhöhung erfolgt also alle zwei Jahre statt jährlich und endet bei 25 Tagen, was nach 21 Jahren durchgehender Beschäftigung erreicht ist.

Beim Verfall trennen sich die beiden Rechtsordnungen am deutlichsten. § 7 Absatz 3 BUrlG verlangt, dass der Urlaub im laufenden Kalenderjahr genommen wird, und lässt eine Übertragung nur bei dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen zu, dann bis zum 31. März des Folgejahres. Eine Abgeltung in Geld erlaubt § 7 Absatz 4 BUrlG ausschließlich bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. In Korea verfällt nicht genommener Urlaub nach Artikel 60 Absatz 7 zwar ebenfalls nach einem Jahr, doch die Auszahlung nicht genommener Tage im laufenden Arbeitsverhältnis ist dort der Regelfall und nicht die Ausnahme.

Der Arbeitgeber kann diese Auszahlungspflicht allerdings abwenden, und das Verfahren dafür steht in Artikel 61. Er muss innerhalb von 10 Tagen ab dem Zeitpunkt sechs Monate vor Ende des Urlaubsjahres jedem Arbeitnehmer schriftlich die Zahl der offenen Tage mitteilen und ihn auffordern, sie zu terminieren. Meldet sich der Arbeitnehmer nicht innerhalb von 10 Tagen, muss der Arbeitgeber die Termine spätestens zwei Monate vor Jahresende selbst schriftlich festlegen. Für Beschäftigte im ersten Jahr gelten drei Monate und ein Monat. Deutsche Leserinnen und Leser erkennen darin die Struktur der Mitwirkungsobliegenheit wieder, die der EuGH am 6. November 2018 in der Rechtssache C-684/16 für den Urlaubsverfall aufgestellt hat, nur dass Korea die Fristen ausdrücklich im Gesetz nennt.

Die 80-%-Anwesenheitsbedingung in Absatz 1 kann dieser Rechner nicht selbst prüfen, denn nur Sie kennen Ihre tatsächliche Anwesenheit im gerade abgeschlossenen Jahr. Deshalb ist die Anwesenheit eine wählbare Eingabe und keine stille Annahme. Lag Ihr zuletzt abgeschlossenes Beschäftigungsjahr unter 80 %, gilt für dieses Jahr Artikel 60 Absatz 2 statt der 15-Tage-Tabelle, und der Anspruch fällt für genau dieses Jahr auf die bei 11 Tagen gedeckelte Monatsansparregel zurück, selbst wenn Ihre Gesamtbeschäftigungsdauer weit über 3 Jahren liegt.

Zwei Schwellen schalten den Artikel ganz ab. Artikel 18 Absatz 3 nimmt Arbeitnehmer mit durchschnittlich unter 15 Wochenstunden über 4 Wochen vollständig von Artikel 60 aus, dieselbe Grenze, die auch über den Abfindungsanspruch entscheidet. Artikel 11 Absatz 1 wendet das Gesetz zudem nur auf Betriebe mit mindestens 5 ständig beschäftigten Arbeitnehmern vollständig an, und die Anlage der Durchführungsverordnung, die für kleinere Betriebe die anwendbaren Vorschriften aufzählt, führt Artikel 60 nicht auf. In einem Betrieb mit 4 oder weniger Beschäftigten entsteht der gesetzliche Jahresurlaub also gar nicht. Dieser Rechner fragt nach Ihren Wochenstunden, nicht nach der Betriebsgröße, deshalb prüfen Sie diesen Punkt bitte selbst.

Weicht das Ergebnis hier von der Zahl in Ihrem Personalsystem ab, prüfen Sie zuerst das Eintrittsdatum, denn die durchgehende Beschäftigung beginnt am tatsächlichen Arbeitsbeginn und nicht mit der Unterschrift unter den aktuellen Vertrag. Viele koreanische Arbeitgeber gewähren den Urlaub außerdem nach Geschäftsjahr statt nach dem persönlichen Jahrestag, was die Zeitpunkte verschiebt, auch wenn die Jahressumme am Ende übereinstimmt. Mit Vertrag und beiden Zahlen in der Hand lässt sich das in der Personalabteilung klären.

Jahresurlaubstage nach Jahren durchgehender Beschäftigung
Jahre durchgehender BeschäftigungBezahlte Jahresurlaubstage
Unter 1 Jahr (11 Monate lückenlose Anwesenheit)11
1–2 Jahre15
3–4 Jahre16
5–6 Jahre17
7–8 Jahre18
9–10 Jahre19
11–12 Jahre20
13–14 Jahre21
15–16 Jahre22
17–18 Jahre23
19–20 Jahre24
Ab 21 Jahren (gedeckelt)25

Häufige Fragen

Kürzt der Urlaub, den ich im ersten Jahr nehme, meine 15 Tage im zweiten Jahr?
Nein, nicht mehr. Diese Verrechnungsregel (der alte Absatz 3 von Artikel 60) wurde mit der Änderung vom 28. November 2017 gestrichen. Seitdem sind die bis zu 11 im ersten Jahr monatlich angesparten Tage und die separaten 15 Tage, die mit der Ein-Jahres-Marke entstehen, unabhängig – zusammen können sie in den ersten zwei Jahren bis zu 26 Tage ergeben.
Wie viele Tage habe ich genau zur Ein-Jahres-Marke?
Genau 15, nach Artikel 60 Absatz 1 – vorausgesetzt mindestens 80 % Anwesenheit im ersten Jahr. Das ist ein neuer, eigenständiger Anspruch, getrennt von der Monatsansparung während des Jahres, nicht eine Fortsetzung der 11-Tage-Obergrenze vom Vortag.
Was passiert, wenn meine Anwesenheit in einem bestimmten Jahr unter 80 % lag?
Für dieses Jahr gilt statt der 15-Tage-Tabelle Artikel 60 Absatz 2: Sie erhalten 1 bezahlten Tag für jeden vollen Monat, den Sie in diesem Jahr tatsächlich gearbeitet haben, gedeckelt bei 11 – dieselbe Regel wie für Arbeitnehmer unter einem Jahr Beschäftigung. Das kann auch jemanden mit mehreren Jahren Betriebszugehörigkeit betreffen, wenn genau das zuletzt abgeschlossene Jahr eine geringe Anwesenheit hatte.
Ab wann steigt mein Urlaub nicht mehr?
Die Bonustag-Erhöhung (1 zusätzlicher Tag alle 2 Jahre ab Jahr 3) erreicht die gesetzliche Obergrenze von insgesamt 25 Tagen bei 21 Jahren durchgehender Beschäftigung und bleibt danach unabhängig von der weiteren Betriebszugehörigkeit bei 25.
Warum gibt es ein Feld für die Arbeitszeit?
Artikel 18 Absatz 3 des Arbeitsstandardgesetzes schließt Arbeitnehmer mit durchschnittlich unter 15 Wochenstunden über 4 Wochen vollständig von Artikel 60 aus. Es ist dieselbe 15-Stunden-Grenze, die auch für den gesetzlichen Abfindungsanspruch gilt.
Wie viele Urlaubstage sind das im Vergleich zum Bundesurlaubsgesetz?
§ 3 BUrlG setzt mindestens 24 Werktage an, in der Fünftagewoche also 20 Arbeitstage. Korea beginnt nach einem vollen Jahr bei 15 Tagen und erreicht die deutsche Größenordnung erst mit wachsender Betriebszugehörigkeit, überschreitet sie aber langfristig, weil die Obergrenze bei 25 Tagen liegt. Tarifvertragliche oder betriebliche Regelungen bleiben in beiden Ländern unberührt und liegen häufig darüber.
Kann ich mir nicht genommene Tage in Korea auszahlen lassen?
Im Grundsatz ja, und darin liegt der größte Unterschied zu § 7 Absatz 4 BUrlG, der eine Abgeltung nur bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses zulässt. Führt der koreanische Arbeitgeber allerdings das schriftliche Verfahren nach Artikel 61 vollständig durch, verfallen die Tage ohne Zahlung. Unterlässt er es oder hält er die Fristen nicht ein, bleibt die Auszahlungspflicht bestehen.
Zeigt dieser Rechner, wie viele Tage mir jetzt noch zum Nehmen übrig sind?
Er zeigt Ihren Anspruch zum Stichdatum, nicht Ihr Resturlaubskonto. Er zieht bereits genommene Tage nicht ab und verfolgt nicht, ob Urlaub aus einem früheren Jahr nach Artikel 60 Absatz 7 verfallen ist, der nicht genommenen Urlaub nach einem Jahr erlöschen lässt, sofern der Arbeitgeber den Verfall nicht zu vertreten hat. Ebenso wenig kennt er günstigere betriebliche Regelungen, die in Korea verbreitet sind. Betrachten Sie das Ergebnis als gesetzliche Untergrenze und prüfen Sie den tatsächlichen Stand in der Personalabteilung.

In dieser Berechnung verwendete Werte

Alle zeitabhängigen Werte, die dieser Rechner anwendet — mit der Quelle, aus der sie stammen, und dem Datum der letzten Prüfung.

Primär = Originaldokument der Behörde · Abgeleitet = aus zwei offiziellen Angaben berechnet · Sekundär = eine Quelle, die das Original zitiert

  • Regeln zum Jahresurlaubsanspruch (Grundanspruch, Zuwachs, Obergrenze, erstes Jahr)

    Grundanspruch 15 Tage / ab dem 3. Jahr alle 2 Jahre +1 Tag / Obergrenze 25 Tage / im ersten Jahr höchstens 11 Tage

    Geprüft am 2026-08-12 · nächste Prüfung 2027-08-12

  • Voraussetzung für den Urlaubsanspruch — Anwesenheitsquote über ein Jahr

    Mindestens 80 %

    Geprüft am 2026-08-12 · nächste Prüfung 2027-08-12

  • Ausschlussgrenze — vertragliche Wochenarbeitszeit im Vierwochendurchschnitt

    Unter 15 Stunden: ausgenommen

    Geprüft am 2026-08-12 · nächste Prüfung 2027-08-12

Quellen

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Zuletzt aktualisiert: 2026-08-22

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