Durchschnittskurs-Rechner für Aktien
Geben Sie Ihren aktuellen Bestand und den geplanten Nachkauf ein und sehen Sie den neuen gewichteten Durchschnittskurs, die gesamte investierte Summe und wie weit der Kurs bis zur Gewinnschwelle steigen muss.
Auf dieser Seite (4)
Eingaben
Wie viele Aktien dieses Wertpapiers Sie bereits besitzen.
Ihr bisheriger durchschnittlicher Einstandspreis pro Aktie, inklusive bereits gezahlter Gebühren.
Wie viele weitere Aktien Sie jetzt kaufen möchten. Bei 0 bleibt Ihre Position unverändert.
Der Preis pro Aktie, den Sie für den Nachkauf zahlen – praktisch der aktuelle Marktpreis.
Die Handelsgebühr Ihres Brokers für diesen Kauf, als Prozentsatz des Ordervolumens. Bei 0 belassen, wenn keine Gebühr anfällt oder sie ignoriert werden soll.
Ergebnis
- Neuer Durchschnittskurs pro Aktie
- 90,00€
- Gesamt investierter Betrag
- 1.800,00€
- Veränderung des Durchschnittskurses
- -10%
- Gesamt gehaltene Stückzahl
- 20
- Wert der bisherigen Position
- 1.000,00€
- Kaufsumme des Nachkaufs (ohne Gebühr)
- 800,00€
- Gebühr auf den Nachkauf
- 0,00€
- Gesamtkosten des Nachkaufs (mit Gebühr)
- 800,00€
- Nötiger Kursanstieg ab heute bis zur Gewinnschwelle
- 12,5%
(10 × 100 + 10 × 80 × (1 + 0%)) / (10 + 10) = 90
So wird gerechnet
FormelNeuer Durchschnittskurs = (bisherige Stückzahl × bisheriger Durchschnittskurs + neue Stückzahl × neuer Kurs × (1 + Gebühr%)) ÷ (bisherige Stückzahl + neue Stückzahl).
Nachkaufen – im Englischen "averaging down", auf Deutsch auch als Kostendurchschnittseffekt beim Nachkauf bezeichnet – bedeutet, weitere Aktien eines bereits gehaltenen Wertpapiers zu kaufen, nachdem der Kurs gefallen ist. Das zieht den durchschnittlichen Einstandspreis in Richtung des neuen, niedrigeren Kaufpreises. Dieser Rechner beantwortet direkt die dahinterliegende Rechenfrage: Ausgehend von Ihrem bisherigen Bestand und dem geplanten Nachkauf – wie hoch wird der neue Durchschnittskurs, und wie weit muss der Kurs von hier aus steigen, damit Sie wieder auf null stehen? Eine Kursabfrage findet nicht statt – jede Zahl, auch der Preis des Nachkaufs, wird von Ihnen eingegeben, denn die Rechnung braucht nur die Konditionen des geplanten Geschäfts, nicht den Kurs in genau diesem Moment.
Die Rechnung selbst ist ein gewichteter Durchschnitt. Bisherige Stückzahl mal bisheriger Durchschnittskurs ergibt das bereits gebundene Kapital. Neue Stückzahl mal Kaufpreis ergibt die Summe für den Nachkauf, zuzüglich einer eventuellen Ordergebühr. Beide Investitionsbeträge werden addiert und durch die Gesamtstückzahl – alt plus neu – geteilt, und das Ergebnis ist der neue Durchschnittskurs. Es ist genau dieselbe Formel wie bei jedem gewichteten Mittelwert, etwa bei einer nach Semesterwochenstunden gewichteten Notendurchschnittsberechnung, nur angewandt auf eine Depotposition. Je größer der Nachkauf im Verhältnis zum bisherigen Bestand ausfällt, desto stärker zieht er den Durchschnitt zu sich heran.
Nachkaufen senkt die Gewinnschwelle, senkt aber nicht das Risiko – meist erhöht es dieses sogar, und die beiden Effekte werden ständig verwechselt. Ein niedrigerer Durchschnittskurs bedeutet, dass der Kurs weniger weit steigen muss, bis Sie wieder im Plus sind, und das fühlt sich nach Fortschritt an. Gleichzeitig haben Sie aber gerade mehr Geld in eine Position gesteckt, die sich bereits einmal gegen Sie entwickelt hat. Fällt der Kurs weiter, wachsen die Verluste auf der größeren Position in absoluten Zahlen schneller als auf der kleineren, und Sie haben nun mehr Kapital in einem einzelnen Wert konzentriert, der bereits gezeigt hat, dass er fallen kann. Ein fallender Kurs allein sagt nichts darüber aus, ob das Unternehmen in Ordnung ist oder tatsächlich Probleme hat – wer ohne einen konkreten, neu geprüften Grund für eine Unterbewertung nachkauft, wettet eher auf eine Erholung, als eine überlegte Anlageentscheidung zu treffen.
Gebühren wirken stärker, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Dieser Rechner wendet den Gebührensatz nur auf den Nachkauf an, unter der Annahme, dass Ihr bisheriger Durchschnittskurs bereits die Gebühren des ursprünglichen Kaufs enthält – eine erneute Berücksichtigung würde den Einstandspreis doppelt belasten. Eine als Prozentsatz klein wirkende Gebühr erhöht dennoch effektiv den Preis, den Sie für die neuen Aktien zahlen, und schiebt damit den gemischten Durchschnitt nach oben statt nach unten. Bei einem einzelnen Geschäft ist der Unterschied meist gering, aber häufiges Nachkaufen bei einem gebührenintensiven Broker summiert sich auf dieselbe Weise wie kleine wiederkehrende Kosten bei einer langfristigen Anlage – ein Blick in die Preistabelle des Brokers lohnt sich, bevor man 0 % annimmt.
Nachkaufen wird häufig mit dem Cost-Average-Effekt beim regelmäßigen Sparplan verwechselt, doch beide beantworten unterschiedliche Fragen. Beim Sparplan wird ein fester Betrag in festen Abständen investiert, unabhängig vom Kursstand – das kauft bei niedrigem Kurs automatisch mehr Anteile und bei hohem weniger, glättet den Einstieg über die Zeit und nimmt die Versuchung, den Markt timen zu wollen. Nachkaufen ist dagegen eine Reaktion: Der Kurs fällt, und man entscheidet in diesem Moment, mehr von genau diesem Wertpapier zu kaufen, weil es nun günstiger ist. Ersteres ist ein im Voraus festgelegter, gleichbleibender Plan über viele Positionen hinweg; Zweiteres ist eine Einzelentscheidung nach einem Kursrückgang und verdient gerade deshalb mehr kritische Prüfung, weil sie sich im Nachhinein leicht rechtfertigen lässt.
Vor einem Nachkauf lohnt es sich, zwei sehr unterschiedliche Situationen zu unterscheiden. Hat sich am Unternehmen nichts geändert und wirkt die Kursbewegung wie allgemeines Marktrauschen oder eine kurzfristige Überreaktion, kann das Aufstocken einer Position, die man bei höherem Kurs verstanden und für sinnvoll gehalten hat, vertretbar sein. Ist der Kurs gefallen, weil sich am Geschäft selbst etwas verschlechtert hat – schwächere Zahlen, mehr Konkurrenz, eine widerlegte Investitionsthese –, ist ein Nachkauf allein wegen des niedrigeren Preises eher ein Verdoppeln eines Fehlers als das Korrigieren einer vorübergehenden Fehlbewertung. Der ursprünglich gezahlte Preis ist dabei irrelevant, denn er ist bereits verloren oder gebunden; entscheidend ist, ob man die Aktie heute, zum heutigen Kurs, kaufen würde, wenn man sie noch nicht besäße.
Dieser Rechner behandelt einen einzelnen Nachkauf – eine bestehende Position plus einen neuen Kauf – und liefert den daraus entstehenden Einstandspreis, keine Empfehlung. Er berücksichtigt weder die steuerliche Behandlung der Kursgewinne auf die bereits gehaltenen Aktien noch die Größe der Position im Verhältnis zum Gesamtdepot, noch wie oft man bereit wäre, dies bei weiter fallendem Kurs zu wiederholen. Das sind Entscheidungen, die vom eigenen Plan und der eigenen Risikobereitschaft abhängen und die kein Rechner abnehmen kann.
Für deutsche Privatanleger kommt beim späteren Verkauf noch die Steuer hinzu, auch wenn dieser Rechner sie nicht berücksichtigt. Kursgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag, und der Sparerpauschbetrag stellt Kapitalerträge bis 1.000 Euro pro Person im Jahr steuerfrei, bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren bis 2.000 Euro. Ein niedrigerer Durchschnittskurs durch Nachkauf senkt zwar den späteren steuerpflichtigen Gewinn pro Aktie, ändert aber nichts daran, dass der Pauschbetrag pro Jahr und nicht pro Position gilt.
Ein durchgerechnetes Beispiel zeigt die Formel in Zahlen: Wer 20 Aktien zu je 150 Euro hält und 15 weitere zu 110 Euro nachkauft, bei einer Ordergebühr von 0,25 % auf den Nachkauf, kommt auf Gesamtkosten von 4.654,13 Euro für 35 Aktien – ein neuer Durchschnittskurs von rund 132,98 Euro, gegenüber 150 Euro vor dem Nachkauf.
Häufige Fragen
- Was genau bedeutet "Nachkaufen" oder "averaging down"?
- Es bedeutet, weitere Aktien eines bereits gehaltenen Wertpapiers zu kaufen, nachdem der Kurs gefallen ist, wodurch der durchschnittliche Einstandspreis sinkt. Wer 10 Aktien zu 100 € hält und 10 weitere zu 80 € kauft, hat danach einen Durchschnittskurs von 90 € statt 100 € – genau diese Mischung berechnet der Rechner für Ihre eigenen Zahlen.
- Senkt Nachkaufen mein Risiko?
- Nein – es senkt die Gewinnschwelle, was etwas anderes ist als geringeres Risiko. Es steckt jetzt mehr Geld in einer Position, die bereits einmal gefallen ist. Fällt der Kurs weiter, wachsen die Verluste auf der größeren Position in absoluten Zahlen schneller. Ein niedrigerer Durchschnittskurs ist nicht dasselbe wie eine sicherere Position.
- Wie wird der neue Durchschnittskurs genau berechnet?
- Als gewichteter Durchschnitt: Jede Stückzahl wird mit ihrem eigenen Kurs multipliziert, die Summen werden addiert und durch die Gesamtstückzahl geteilt. Die Gebühr auf den Nachkauf wird vor der Mittelwertbildung zu dessen Kosten addiert und schiebt den Durchschnitt dadurch leicht nach oben.
- Warum gilt die Gebühr nur für den Nachkauf und nicht für meinen bisherigen Bestand?
- Es wird angenommen, dass Ihr bisheriger Durchschnittskurs bereits die Gebühren des ursprünglichen Kaufs enthält. Die Gebühr erneut auf die bestehende Position anzuwenden würde einen bereits gezahlten Kostenpunkt doppelt zählen, deshalb berechnet der Rechner die Gebühr nur auf die jetzt gekauften Aktien.
- Was bedeutet der "nötige Kursanstieg bis zur Gewinnschwelle" genau?
- Das ist der prozentuale Abstand zwischen dem neuen Durchschnittskurs und dem Preis des letzten Nachkaufs – praktisch dem aktuellen Marktpreis. Ein positiver Wert bedeutet, der Kurs muss von hier aus um diesen Betrag steigen, damit die gesamte Position wieder bei null steht; der Wert kann negativ ausfallen, wenn der neue Durchschnittskurs unter dem zuletzt gezahlten Preis liegt.
- Ist Nachkaufen dasselbe wie der Cost-Average-Effekt beim Sparplan?
- Nein. Beim Sparplan wird im Voraus ein fester Betrag in festen Abständen investiert, unabhängig vom Kurs. Nachkaufen ist eine einmalige Entscheidung, mehr von einem bestimmten Wertpapier zu kaufen, weil sein Kurs gerade gefallen ist. Auf dem Papier sehen beide ähnlich aus, aber das eine ist ein fest verankerter Plan und das andere eine Reaktion auf eine Kursbewegung.
- Worin unterscheidet sich das von einer gestaffelten Kaufstrategie?
- Eine gestaffelte Kaufstrategie teilt eine geplante Investition von vornherein in mehrere Käufe auf, oft zu festgelegten Kursstufen oder Zeitpunkten, unabhängig davon, ob der Kurs seit dem ersten Kauf gestiegen oder gefallen ist. Nachkaufen bedeutet konkret, eine Position erst nach einem Kursrückgang aufzustocken. Dieser Rechner funktioniert für beide Fälle – er liefert lediglich den resultierenden Einstandspreis für eine bestehende Position plus einen neuen Kauf, unabhängig vom Grund dafür.
Quellen
Ähnliche Rechner
Teilen
Diesen Rechner einbetten
Fügen Sie diesen Code auf Ihrer Seite ein, um eine funktionierende Version dieses Rechners einzubetten.
Zuletzt aktualisiert: 2026-08-22